ERC Wunstorf siegen deutlich in Detmold Klares 12:6 festigt Platz drei in der Tabelle
Am vergangenen Samstag, den 11. Juli, reisten die ERC Wunstorf Lions zum CSL Detmold, gegen welchen sie erst drei Wochen zuvor in heimischer Stätte mit 9:4 gewinnen konnten. Auch, wenn die Lions dadurch leicht favorisiert ins Match gingen, konnte in allen(!) bisherigen Begegnungen der beiden Mannschaften das Heimteam die Punkte bei sich halten. Ebenso konnte keine Mannschaft ligaübergreifend in den letzten drei Saisons einen Sieg in der detmolder Halle erringen. Diesen Fluch galt es nun zu brechen, was die Löwen in eindrucksvoller Manier taten und einen überraschend deutlichen 6:12 (3:1/1:5/2:6) Sieg verbuchen konnten.
Schon vorweg soll in diesem Bericht der überaus faire Charakter dieses Spieles hervorgehoben werden. Beide Teams, sowie die Schiedsrichter begegneten sich stets respektvoll und auf Augenhöhe, auch wenn die vielen Strafen im Spielbericht scheinbar ein anderes Bild prägen. Durch die schmale und kleine Halle in Detmold steht man sich eben doch oft häufiger auf den Füßen als gewohnt.
Gewarnt durch die vergangenen Partien gegen und in Detmold gingen die Löwen vorsichtig in die Partie, gerieten aber immer wieder unnötig in Unterzahl. Gleich die ersten drei Situationen in Überzahl nutzen die Detmolder gnadenlos und führten nach 13 Minuten mit 3:0. Erst kurz vor der Pause netzten die ERC Wunstorf Lions das erste mal ein.
Entgegen des Gameplans stand das Team um Coach Blankschyn bereits nach 20 Minuten mit dem Rücken zur Wand und mahnte an, von der Strafbank fernzubleiben und generell nicht zu übermotiviert zu agieren, da das Schiedsrichtergespann auch kleinere Vergehen konsequent ahndete. Doch wie sollte es anders kommen, fand man sich mit Beginn des zweiten Spielabschnittes wieder in Unterzahl und abermals war Detmold zur Stelle. Nun aber schien der Groschen endlich gefallen zu sein. In der ersten eigenen Überzahl folgte der erneute Anschluss, ehe die Löwen, welche bei 4 gegen 4 auf dem Feld deutlich strukturierter wirkten, eiskalt beinahe jede Chance nutzen. Und so stand es knapp zur Hälfte der Begegnung 4:4 Unentschieden. Nun wieder Überzahl Lions und die erste Führung des Tages war zu vermelden, welche gleich noch um ein weiteres Tor ausgebaut wurde. Ruhige Fahrwasser… weit gefehlt. Mit der Pausensirene kassierten die Löwen eine fünfminütige Strafe.
Zu Beginn der letzten 20 Spielminuten stand also direkt ein Charaktertest zu Buche. Und genau diesen Bestand das Team vor dem glänzend aufgelegten Nicklas Lucke im Tor des ERC. Konnten die Detmolder bisher jede Überzahlsituation nutzen, so hielt man fünf Minuten stand und fand sich kurz darauf in eigener Überzahl wieder. Diese wurde abermals genutzt, worauf eine weitere, doppelte Überzahl folgte. Auch diese wurde mit zwei Toren bestraft und die Löwen setzten sich langsam uneinholbar mit 8:4 ab. Im Rausch dieses Aufwinds erhöhten die Wunstorfer eiskalt bis zur 53. Spielminute auf 12:4, ehe mal wieder eine Unterzahl für einen Treffer der heimischen Detmolder sorgte. Doch dies sollte den Sieg der Lions nicht mehr gefährden. Leider fiel ein Check durch die Lions kurz vor Ende der Partie zu hart aus und sorgte für einen verletzten Spieler in Reihen der Detmolder, welchem das Team auf diesem Wege eine schnelle Genesung wünscht. Folgerichtig gab es dafür noch einmal eine fünfminütige Unterzahl sowie eine Spieldauerstrafe gegen die Lions. Auch in dieser legte Detmold noch einmal nach, bis sie sich selber noch einmal für fünf Minuten in Unterzahl begaben. Dies war dann auch der Abschluss einer turbulenten Partie mit einem deutlichen Sieg der Lions.
„Das war ein wirklich wildes Spiel. Wir haben uns selbst oft in schwierige Situationen gebracht und dennoch die Oberhand behalten. Alle Gegentore viele in Unterzahl, daran müssen wir arbeiten. Positiv ist jedoch, dass wir sieben Tore bei 4 gegen 4 erzielen konnten, jedoch keines bekommen haben. Das ist in und gegen Detmold nicht selbstverständlich. Danke an alle Beteiligten, für eine unterhaltsame Partie“, so Routinier Wilke Weber im Anschluss an das Spiel.
Weiter geht es am 16. August um 12 Uhr zuhause gegen den Tabellennachbarn und Mitfavoriten auf den Ligatitel, die Salzstadtkeiler Lüneburg. Für Spannung ist auf dem Platz, für das leibliche Wohl am Kiosk gesorgt. Beide Teams freuen sich auf reichlich Unterstützung von den Rängen.
Statistiken:
Im Tor: Nicklas Lucke (60 Minuten)
Im Feld:
Nils Blankschyn (2 Tore/0 Vorlagen), Maik Gatzka (2/3), Marcel Knoke, Merlin Kranz (1/1), Marc André Lütty (1/0), Dennis Mach (4/2), Robin Mach, Dominik Rüffert (2/4), Christopher Thieße, Marius Thieße, Wilke Weber